14,3 Millionen Menschen musizieren in ihrer Freizeit

Neue Stu­die des Deut­schen Musik­in­for­ma­ti­ons­zen­trums zum Amateurmusizieren

Bonn, 24.3.2021: 19 Pro­zent der Bevöl­ke­rung ab 6 Jahre in Deutsch­land machen hob­by­mä­ßig Musik – zu die­sem Ergeb­nis kommt die erste reprä­sen­ta­tive Erhe­bung zum Thema Ama­teur­mu­si­zie­ren des Deut­schen Musik­in­for­ma­ti­ons­zen­trums (miz), eine Ein­rich­tung des Deut­schen Musik­ra­tes. Es zei­gen sich zum Teil gra­vie­rende Unter­schiede in den ver­schie­de­nen sozio­de­mo­gra­fi­schen Grup­pen: Gut gebil­dete Men­schen mit höhe­rem Ein­kom­men musi­zie­ren etwa dop­pelt so oft wie Men­schen mit nied­ri­ge­rem sozio­öko­no­mi­schen Sta­tus. Durch­ge­führt wurde die Unter­su­chung im Auf­trag des miz auf der Grund­lage einer bevöl­ke­rungs­re­prä­sen­ta­ti­ven Befra­gung vom Insti­tut für Demo­sko­pie Allens­bach.

Die Stu­die bie­tet erst­mals einen dif­fe­ren­zier­ten Über­blick über Alters­grup­pen, schichtspe­zi­fi­sche oder regio­nale Unter­schiede und über die Wege, wie Musi­zie­rende in enge­ren Kon­takt mit der Musik gekom­men sind. Die Zah­len zei­gen, dass knapp die Hälfte der Kin­der und Jugend­li­chen zwi­schen 6 und 15 Jah­ren in Deutsch­land ein Instru­ment spielt oder gemein­schaft­lich singt, wäh­rend es bei den über 30-Jäh­ri­gen nur noch etwa 13 Pro­zent sind. Mit durch­schnitt­lich 11 Jah­ren liegt das Ein­stiegs­al­ter für das Musik­ma­chen nied­rig.

Aktiv sind die Ama­teur­mu­si­ke­rin­nen und ‑musi­ker in ver­schie­dens­ten Kon­tex­ten: Acht von zehn spie­len zu Hause bzw. im pri­va­ten Umfeld; ein Vier­tel musi­ziert in einem Chor, knapp ein Fünf­tel in der Kir­che; ebenso sind die Men­schen in Bands, Blas­ka­pel­len und Spiel­manns­zü­gen, Orches­tern und Ensem­bles, bei Frei­zei­ten oder Brauch­tums­ver­an­stal­tun­gen enga­giert.

Prof. Mar­tin Maria Krü­ger, Prä­si­dent des Deut­schen Musik­ra­tes, betont anläss­lich der Ver­öf­fent­li­chung: “Die Ergeb­nisse der neuen miz-Stu­die zei­gen ein­drucks­voll, dass das Ama­teur­mu­si­zie­ren in sei­ner Viel­falt und mit sei­nem kul­tu­rel­len Reich­tum in der gesam­ten Gesell­schaft ver­or­tet ist. Ob im länd­li­chen Raum oder in gro­ßen Städ­ten, ob orga­ni­siert oder infor­mell, ob Klas­sik oder Pop: Das Musi­zie­ren ist bestän­di­ger Teil im Leben vie­ler Men­schen in Deutsch­land und eine tra­gende Säule unse­res kul­tu­rel­len und gesell­schaft­li­chen Lebens. Dies unter­streicht nach­drück­lich die grund­le­gende Bedeu­tung musi­ka­li­scher Bil­dung.“

Ste­phan Schul­meis­trat, Lei­ter des Deut­schen Musik­in­for­ma­ti­ons­zen­trums: “Die breite Aus­rich­tung der Unter­su­chung ermög­licht erst­mals eine detail­lierte Ana­lyse des Ama­teur­mu­si­zie­rens als eine der größ­ten Bewe­gun­gen des bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ments. Wir freuen uns, dass wir mit der Unter­su­chung valide Daten vor­le­gen, die eine neue Dis­kus­si­ons­grund­lage für die Kul­tur- und Bil­dungs­po­li­tik schaf­fen.“

Die Unter­su­chung stützt sich auf ins­ge­samt 1.208 Inter­views und wurde im Novem­ber und Dezem­ber 2020 durch­ge­führt. In den Blick genom­men wurde expli­zit das Musi­zier­ver­hal­ten vor der Corona-Pan­de­mie. Befragt wurde in einem reprä­sen­ta­ti­ven Quer­schnitt die Bevöl­ke­rung ab 16 Jahre, dar­un­ter 331 Eltern, die Aus­kunft auch zum Musi­zier­ver­hal­ten ihrer Kin­der im Alter zwi­schen 6 und 15 Jah­ren gege­ben haben. 

Der voll­stän­dige Ergeb­nis- und Metho­den­be­richt steht unter:

www.miz.org/amateurmusikstudie